Vereinigte Staaten von Europa, nicht mit uns !!!

 

Und Charles de Gaulle hatte Recht!

Wenn heutzutage von einer französischen Lichtgestalt die Rede ist, dann meistens von Seiten der linken Medien – nämlich über Emanuel Macron. Der Grund dafür ist simpel: Er träumt den Traum der alten politischen Eliten. Nur heißt der plötzlich nicht mehr so bürgerschreckend „Immer engere Union“, sondern glitzernd-glamourös „Visionen für Europa“: Ein europäischer „Finanzminister“ ist in aller Munde (als ob ein europäischer Finanzminister die Versenkung unserer Steuergelder in der griechischen Ägäis verhindert hätte!) und eine Neuauslegung der Maastricht-Kriterien, sodass nicht mehr pro Land zusammengezählt bis zu 2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an Neuverschuldung gestattet sind, sondern in der ganzen Union! Heißt in Folge: Die üblichen Verdächtigen der Schuldenkrise, darunter Frankreich und Italien, können sich besser hinter dem wirtschaftsstarken Deutschland verstecken. Alles in allem hat sich an Frankreichs Haltung seit Ende des Ersten Weltkrieges nicht viel geändert: „Le boche payera tout!“ (Etwa: Der Kartoffelfresser wird alles bezahlen!)

Liebe Leute, die ihr nicht nur Merkels „Menschen in unserem Lande“ seid, sondern Deutsche in Europa: Es gab mal eine Zeit, da klang Frankreich anders. Weise, aber bescheiden. Bitter, aber versöhnlich. Der große Charles der Gaulle, Frankreichs wahrscheinlich erfolgreichster Präsident, General und Staatsmann, hatte mal etwas ganz anderes im Sinn, obwohl er als Held der französischen Widerstandsbewegung (und von den Linken verteufelte „Faschist“) seine Bewunderung für Deutschland bestimmt eher mühsam erlernte. Er hatte die Idee des „Europas der Vaterländer“. Heißt: Keine zentrale Umverteilung der Geldströme von Nord nach Süd (wobei: streng genommen nach West, bedenkt man die vom deutschen Steuerzahlergeld gepäppelten französischen und US-Banken in Hellas), schon gar keine Euro-Bonds oder wie der Schnickschnack jetzt wieder neu benannt wird. Keine besserwessirische Einmischung in die schüchternen Demokratien Ost- und Mitteleuropas, wie wir sie heute sehen. Schon garkeine idiotische Grenzöffnung, deren Folgen wir jetzt den anderen aufbürden wollen. Nein, ein Europa der freien Völker, das – salopp formuliert – hauptsächlich auf Staatsverträgen beruht. Vereinbarungen zwischen den Staaten, statt Diktat von einer abgehobenen zentralen Kommission.

Sicher, zur raschen Vereinheitlichung eignet sich dieses Modell nicht, da jeder Vertragspartner bei einem gemeinsamen Vorhaben zustimmen müsste, das kennen wir ja. Wenn 28 Eurostaaten sich einigen müssen, kommt man langsam voran, ist ja logisch! Aber erstens: Warum soll denn immer alles so schnell gehen? Geschwindigkeit ist ja offensichtlich nicht die Zauberei, die wir brauchen, oder hat Merkel die Grenzen zu langsam geöffnet? Außerdem, zweitens: Warum muss alles immer krampfhaft vereinheitlicht werden? Kann nicht auch Deutschland mit Schweden einen Vertrag schließen, Italien mit Tschechien möglicherweise einen anderen?

Marine Le Pen hat es auf unserem Treffen in Koblenz dieses Jahr gesagt: „Ich liebe Deutschland, weil es deutsch ist und Frankreich, weil es französisch ist!“ Man kann zu ihrem Front National stehen, wie man will, aber hier hat sie recht: Vive la différence, es lebe der Unterschied. Wieso müssen wir alle gleich sein?  Ich würde es sogar noch weiter drehen: Spanien soll spanisch sein, Italien italienisch, Dänemark dänisch und Großbritannien britisch – ob innerhalb oder außerhalb der EU.“ Die restlichen 22 Staaten will ich nicht auch noch aufzählen, ihr wisst, was ich meine.

Und Russland? Bleibt russisch. Dass ausgerechnet die Amerikaner jetzt anfangen, dem Russischen Bären ein wenig Honig ums Maul zu schmieren, fühlt sich komisch an, macht die Sache aber ein bisschen einfacher: Europa könnte sich endlich mal zwischen den beiden Ost-West-Stühlen entklemmen. Gute Partnerschaft mit den USA, gute Partnerschaft mit Russland. Natürlich liegt eine europäische Zuwendung zu dem größten Land der Welt viel näher als diese zombifizierten Türkei-Verhandlungen. Die Krim mag ein Problem darstellen, da gibt es nichts zu beschönigen. Aber nicht die gesamte Ukraine. Schon garnicht vor dem Hintergrund unserer gemeinsamen Interessen in Syrien! Dass Ende März immerhin seit langem mal wieder der Nato-Russland-Rat getagt hat, ist schonmal ein guter Anfang. Ausgerechnet in Brüssel, witzigerweise!

Es klingt paradox: Aber gerade dieser Vereinheitlichungszwang hindert uns daran, auf unsere Partner zuzugehen und echten Frieden zu schaffen. Das gilt sowohl für die stiefmütterlich behandelten Ost-EU-Staaten als auch für Russland als auch für Trump. Folgerichtig sind es immer die Brüsseler Bürokraten wie Jean-Claude Juncker, Donald Tusk oder – vor garnicht allzu langer Zeit – Martin Schulz, die ein Problem in diese Himmelsrichtungen haben. Haben die nicht gerade die Briten rausgeprellt?

Wer sagt, Europa solle zu diesen Staaten mit einer Stimme sprechen, der lügt: Wird nicht gerade die EU-ferne Schweiz als diplomatische Supermacht gepriesen? Ist nicht ausgerechnet der notorische EU-Verweiger Norwegen als Glücks-Gigant mit zufriedenen Menschen berühmt? Diese zwei Staaten habe ich immer vor Augen, wenn unsere Euromantiker von Europa reden – und in Wahrheit nur EU meinen. Sind die beiden Staaten denn nicht Teil Europas, also quasi weggebrochen vom Kontinent?

Liebe Freunde der AfD: Vielfalt, nicht Einfalt, ist die Zukunft Europas. Nicht die Vielfalt, die die Linksgrünen meinen… Sondern die Vielfalt, die Charles de Gaulle meinte.

Bleibt vielfältig,

 

Euer Jens Ahnemüller

Dezember 8, 2017

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