Offener Brief zum Verkehrschaos in und um Trier

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Liebe Mitstreiter,

der folgende Brief war ursprünglich zur Veröffentlichung im Trierischen Volksfreund geplant. Nach anfänglichen positiven Rückmeldungen haben wir jedoch keine Informationen mehr aus der Redaktion erhalten. Über eventuelle redaktionelle Gründe zu spekulieren, ist müßig. Wichtig ist der Inhalt und Eure/Ihre Meinung dazu! Daher: Viel Lesevergnügen!

Hoffnung kommt auf! Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) bewegt sich. Die Protestnote der mutigen Bürger, insbesondere des Pendlers Dieter Weber aus Trier, hat die Verkehrsbehörde dazu bewegt, die Ampelschaltung auf der B49 zugunsten des Berufsverkehrs in Richtung Luxemburg auf längere Grünphasen zu stellen.
Aus den 55 Minuten zwischen Zewen und Igel, die Weber zuvor beklagt hatte, wurden inzwischen 20 Minuten.

So lobenswert die erfreulich schnelle Reaktion des LBM auf diesen Engpass auch ist: Eine vorausschauende Kalkulation der Pendlerströme vor Beginn der halbseitigen Baustelle wäre besser gewesen, als sich, wie Peter Braun vom LBM Bau es formulierte, erst im laufenden Prozess „rantasten“ zu wollen. Vorbeugen ist immer besser als heilen.

Kurzfristig bleibt die Situation angespannt: Es drohen Verzögerungen durch die Sanierung von drei Hauptstrecken für Luxemburg-Pendler. Darüber empören sich Anwohner und Pendler zurecht! Eine Ausweichmöglichkeit wäre eine Lösung, ähnlich wie vor knapp zwei Jahren! Speziell im Falle Igel bleibt unklar, warum der Wirtschaftsweg, der als Provisorium bei der Vollsperrung der Hauptverkehrsader während der Verbreiterung der Bahnüberführung diente, nicht reaktiviert wird. Eine weitere Nicht-Maßnahme, die für jeden Ortsansässigen ärgerlich und frustrierend ist. Eine offene Frage wäre da noch: Konnten nicht zur Zeit der Vollsperrung einige Arbeiten im Ort Igel, während der Vollsperrzeit, erledigt werden?

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch in den Anbindungen der Gemeinde Konz an Trier: Auch hier werden gegenwärtig zwei von drei Strecken saniert – hohe Staugefahr, Ärger und Zeitverlust inklusive.

Die Bürger dürfen gespannt sein. Die Leiterin der LBM-Trier, Edeltraud Bayer, hat einen straffen Zeitplan angekündigt: Nächstes Frühjahr beginnt die Sanierung der Autobahnbrücke Sauertal. Dementsprechend müssen die Arbeiten von sämtlichen ihrer Ausweichstrecken im Moseltal und im Umland von Trier abgeschlossen sein, darunter natürlich auch die B49. Das werden wir genau beobachten!

Ferner muss die Politik längere Arbeitszeiten auf den Baustellen ermöglichen, sodass sich ein schnellerer Arbeitsfortschritt ergibt, der Bau zügiger fertig wird und die Staugefahr durch Überlappung mehrerer verkehrsbehindernder Baustellen minimiert wird. In diesem verkehrspolitischen Notfall – man muss es wirklich so sagen! – sollte die Landesregierung über Zeitmodelle mit flexiblen Schichtbetrieb sowie über Mehrarbeit im Wochenbetrieb mit Zeitausgleich nachdenken.

Der LBM sollte überlegen, ob die Bildung von Arbeitsgemeinschaften (ARGE) eine geringere Bauzeit bringt und dadurch eine Baumaßnahme zeitsparend fertig gestellt werden könnte. Die Bildung von ARGEn hat sich in anderen Bundesländern schon bewährt. Anstatt die Baumaßnahmen in mehrere Teile zu gliedern und somit die Verschiebung der Staubildung nur um einige Kilometer zu erreichen, wäre aus meiner Sicht eine komplette Sanierung des jeweiligen Bauwerks, in Zusammenarbeit von mehreren Baufirmen, geboten.

Zukünftig wäre es wünschenswert, wenn Verkehrs-Infrastrukturprojekte stetig und nach Bedarf realisiert werden, chronologisch weiträumig abgestimmt werden und nicht kurioserweise immer kurz vor den Wahlen beginnen!

Wir müssen bedenken: Es geht um die Zukunft von Arbeitsplätzen, die Anbindung des ländlichen Raum, um den Schutz unserer Bürger und um unsere Umwelt – und in diesem Falle auch um das Zusammenwachsen Europas!

 

Jens Ahnemüller MdL

Verkehrspolitischer Sprecher

November 9, 2017

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  • Hallo Jens ,ich lade Dich mal ein mit mir zu fahren wenn wir Baustellen auf der Autobahn oder Bundesstraße haben. Dann wirst du sehen dass das nicht schneller geht und du kannst den Leuten nicht noch mehr Arbeitszeit zumuten als 14,15 Stunden am Tag das geht nicht. Mal bitte bisschen bei der Realität bleiben,Politik hin oder her!!..Der Bogen im Straßenbau ist bereits überspannt.

    • Hallo, Michel!

      Auf die Einladung komme ich möglicherweise noch zurück.

      Eigentlich habe ich nicht gemeint, dass zuwenig gearbeitet wird, sondern zu ineffizient. Gut möglich, dass sich zuviel Arbeit auf zu wenig Arbeitskräfte verteilt, weswegen mich die 14 oder 15 Stunden, die Du anführst, nicht wundern. Es ist aber nicht unrealistisch, das Potential durch flexible Teilzeitmodelle zu erhöhen. Ich bin mir sicher, ich bin nicht der einzige Pendler mit dem – zugegeben subjektivem – Empfinden, dass die Baustellen am Tag zu lange und zu oft brach liegen. Das beobachten die Bürger in und um Trier ja auch!
      Die guten und fleißigen Bauarbeiter sind sicherlich ausgelastet, keine Frage! Aber bist Du Dir sicher, dass auch in der Planung und auch in der Organisation „der Bogen überspannt“ ist, wie Du sagst?

      Bis dahin,

      Dein Jens Ahnemüller

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