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Wahlkampf-Danksagung

Liebe Parteifreunde,

ein Wunder hat sich gestern ereignet! Und wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Die AfD hat ein bundesweites Wahlergebnis von 12,6 Prozent erreicht und damit Anspruch auf 94 Sitze im deutschen Bundestag. Ein grandioser Sieg, den interessanterweise kein Medium und kein politischer Gegner bestreitet.

Aber deshalb gleich ein Wunder? Immerhin wunderten sich inländische wie ausländische Politikforscher darüber, warum ausgerechnet in Deutschland der Erfolg einer Partei rechts des Hauptstroms so lange ausblieb. Demnach hat sich gestern lediglich etwas vollzogen, was in anderen Teilen Europas Gang und Gäbe ist und lange von uns Deutschen verschlafen wurde - weshalb wir uns in Karikaturen die Schlafmütze verdient haben. Somit wäre nicht unser Wahlsieg das Wunder, sondern im Gegenteil, sein Ausbleiben!

Und TROTZDEM ist es ein Wunder, liebe Freunde, auch wenn wir es uns früher gewünscht hätten. Führen wir es uns doch einmal drastisch und plastisch vor Augen: Die Regierung ist gegen uns, die bisherige Opposition ist gegen uns, deren "Zivilgesellschaft" ist gegen uns, die Universitäten sind gegen uns, die auftragsgebundene Politikforschung ist gegen uns, "ein Teil der Straße" ist gegen uns und unsere Wahlplakate, die Medien sind gegen uns, der Kulturbetrieb ist gegen uns, die Klatschprominenz ist gegen uns, und - ganz offen gesprochen: Wir stehen uns auch hin und wieder selbst im Weg. Zwecklos, das zu leugnen.

Alle äußeren Umstände waren also widrig, hinzu kamen unsere Fehler, die ganz besonders bei einer jungen Partei passieren aber nicht wirklich passieren sollten. Und dennoch: drittstärkste Kraft beim zweiten Wahlantritt! In der Geschichte der europäischen Parteiensysteme gibt es nur wenige vergleichbare Beispiele - und alle waren Vorboten eines großen Umbruchs. Und zwar immer zum Besseren!

Aber gut, am Tag nach der Wahl sind wir alle auf unsere Weise nüchtern und nüchtern betrachtet hat jedes Wunder letztlich seinen berühmten erklärlichen und natürlichen Grund. Auch Davids wundersamer Steinwurf war letztlich eine Frage von Geschicklichkeit, Aerodynamik, Materialdichte und Anatomie. Und so war es in diesem einzigartigen Wahlkampf auch. An Stammtischen und Infoständen, auf Diskussionsforen und mit Familie und Freunden habt ihr geschickt und schneidig mit robusten Argumenten den Nerv der Zeit getroffen. Ihr habt das Wunder vollbracht! Mir fällt nur eine Möglichkeit ein, es Euch zu danken: In meiner Funktion weiterzukämpfen und mithilfe meiner Kollegen ein gutes Beispiel zu geben.

Aber, liebe Freunde, das Wunder, dass Ihr uns geschenkt habt, darf nicht zu verblendeter Euphorie führen. Stand der Dinge ist: Für die Zahl der Abgeordneten, die für einen Untersuchungsausschuss Angela Merkel nötig wäre, hat es leider nicht gereicht. Schlimmer: Die sich abzeichnende Koalition aus Union, Grünen und FDP schickt uns mit der Linkspartei und den Sozialdemokraten zwei künftige Oppositionspartner, die kein Interesse daran haben, einen Ausschuss einzuberufen, der genau nachforscht, was 2015 bei der Grenzöffnung geschehen ist. Die Linken verabscheuen uns, die Sozialdemokraten fürchten - zu Recht! - den Schnitt ins eigene Fleisch. Wir haben in dieser Frage wahrscheinlich keine Verbündeten. Ohne die wird es schwierig.

Aber auch aus dieser Situation kann man etwas machen. Wer in so einer wichtigen Frage rein aus hysterischer Hygiene die Zusammenarbeit mit uns verweigert, der disqualifiziert sich selbst als "Oppositionsführer" und lenkt den Verdacht auf sich, die Bundeskanzlerin vor der fälligen Untersuchung schützen zu wollen. Die Sozialdemokraten sollten sich ihres Oppositionsführungsanspruches nicht zu sicher sein: Letztlich schätzt der Bürger nicht automatisch die größere Fraktion, sondern die, die kritischer und unnachgiebiger die Regierung kontrolliert! Und in diese Rolle, meine Damen und Herren, werden unsere Mitstreiter im Bundestag hineinwachsen, davon bin ich überzeugt!

Wir bleiben optimistisch, haben ja auch allen Grund dazu. Unsere Parteibasis hat das Wunder ermöglicht. Und unsere künftigen Freunde im Bundestag werden ihre Chance bekommen und diese nutzen!

Vielen, vielen Dank an Sie / Euch ALLE!

Ich bin Stolz mit Euch / Ihnen kämpfen zu dürfen und werde dies unermüdlich weiterhin tun!

Euer/Ihr

Jens Ahnemüller

 

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